Rechthaberische Menschen zahlen einen hohen Preis

Rechthaberische Menschen zahlen einen hohen Preis und dennoch beharren sie darauf, Recht zu haben. Warum?

In diesem Artikel setze ich mich mit der Frage auseinander, warum rechthaberische Menschen bereit sind, einen hohen Preis dafür zu zahlen, recht zu haben. Dieses Thema stand nie auf meiner Agenda, aber das aktuelle Zeitgeschehen schreit geradezu danach. Viele Menschen sind zu Hause und verbringen mehr Zeit als üblich im Internet. Sie nutzen das Internet, um sich zu informieren, aber auch um ihre Gedanken zum Zeitgeschehen zu teilen. Die wenigsten teilen jedoch ihre eigenen Meinungen, sondern Beiträge, die irgendwie in ihr längst bestehendes Weltbild passen und/oder ihren unbewussten Ängsten entgegenwirken. Selbst beängstigende Szenarien wirken hier in paradoxer Weise beruhigend, denn sie verleihen der Ohnmacht einen Sinn und bestärken die Illusion, den Durchblick zu haben.

Inhaltsverzeichnis

1)     Einleitung

2)     Welche Meinung hat recht?

3)     Der Preis der Rechthaberei

4)     Tatsachen verwirren nur

5)     Überlegenheit

6)     Ego und/oder Gefühle

7)     Gibt es die eine Wahrheit?

8)     Selbstgerechtigkeit

9)     Um jeden Preis

10)   Selbstreflektion

11)   Austausch oder Duell?

10)   Abschluss: Apell!

rechthaberei um jeden Preis
Rechthaberei um jeden Preis

Kann man überhaupt recht haben, wenn es bei genauer Betrachtung um Meinungen geht?

Vordergründig scheint es um Fakten zu gehen, um Tatsachen, aber bei genauem Hinsehen sind viele Behauptungen und Meinungen, die derzeit im Netz kursieren, nichts weiter als eben das- Meinungen. Anfangs sieht es aus als ob Informationsaustausch beabsichtigt sei, aber bei etwas genauerer Betrachtung zeigt sich schnell, dass es nur darum geht, Bescheid zu wissen über die Dinge, die im Verborgenen vermeintlich geschehen. Recht haben und das auch beweisen zu wollen, scheint der neuste Trend zu sein, dem sich kaum noch einer entziehen kann. Und das obwohl rechthaberische Menschen noch nie besonders beliebt waren und zumeist einen hohen Preis dafür zahlen, Recht haben zu müssen.

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Der Preis der Rechthaberei

Tatsächlich kann der Preis, den wir dafür zahlen, Recht zu haben und zugesprochen zu bekommen sehr hoch sein. Es kann Freundschaften, Beziehungen, Ansehen und so viel mehr kosten und da stellt sich doch die Frage, ob es das wert ist und wenn ja, warum das manchen Menschen so wichtig ist, dass sie bereit sind, einen hohen Preis dafür zu zahlen, das zweifelsfrei negative Label eines rechthaberischen Menschen zu tragen. 

Was im Menschen treibt ihn an auf einem selbstzerstörerischen Kurs zu bleiben, obwohl rechthaberische Menschen einen mitunter sehr hohen Preis zahlen? Ist es das Ego? Sind es Minderwertigkeitskomplexe? Und wie kann es sein, dass jemand unerschütterlich an seiner Meinung festhält, selbst wenn sein gesamtes Umfeld anderer Meinung ist? Ist es überhaupt notwendig, den Grund zu verstehen, warum es jemand so wichtig ist, wenn er es erkennt und einstellen möchte?

rechthaberei um jeden Preis

Ich weiß, was ich weiß und Tatsachen verwirren mich nur

Hast du schon mal versucht, mit einem Kind zu diskutieren, das alles weiß? So ähnlich laufen Diskussionen mit Menschen, die um jeden Preis recht haben müssen auch oft ab. Argumente haben da überhaupt keine Chance. Das Kind weiß, was es weiß und Tatsachen verwirren nur, also werden sie am besten ignoriert. Die Welt dreht sich um ihre Wünsche und Bedürfnisse. Dies ist eine normale Phase der Kindheit, in der das Kind seine Individualität und Unabhängigkeit behauptet. Das Problem entsteht, wenn das Verhalten auf das Erwachsenenalter übertragen wird. Wenn du mir nicht glaubst, sieh dir mal die Diskussionen in den sozialen Medien an. Jeder zweite weiß genau Bescheid, hat Zugang zu geheimen Akten (veröffentlicht in der Bildzeitung) und die besten Quellen überhaupt, selbst wenn die keiner einzigen Nachfrage standhalten. Derzeit beliebtestes Totschlag-Argument scheint “Schlaf weiter” zu sein. Die eigene Souveränität basiert damit nicht auf guten Argumenten und seriösen Quellen, sondern einzig darauf, dass man selbst erwacht ist und hinter die Kulissen blickt während alle anderen zu obrigkeitshörigen  Schlafschafen abgestempelt werden.

Rechthaberische Menschen zahlen einen hohen Preis, aber sie tun es gern für das Gefühl der Überlegenheit

Rechthaberische Menschen wissen Bescheid, sie sind erwacht und in der Lage, alles zu durchschauen. Dass ihr Durchblick vielleicht von Ängsten getrübt ist und daher gar nicht so klar wie sie glauben oder ihre Quellen perfide Methoden einsetzen, um sie zu manipulieren, können sie sich nicht mal vorstellen, denn sie haben ja aus einer Überlegenheit heraus recht, die keinen Zweifel zulässt. 

Menschen, die recht haben müssen, haben wenig Geduld für andere. Sie sehen ihre Ideen als die richtige Art, Dinge zu tun, und ihre Sichtweisen als die richtige Art zu denken. Eine abweichende Meinung ist ein direkter Verstoß gegen ihr Wohlbefinden und sie werden äußerst aggressiv in ihrer Selbstverteidigung. Sie neigen dazu, andere zu entfremden, weil sie darauf bestehen, richtig zu sein. Die Bedeutung des fraglichen Themas scheint keine Relevanz zu haben.

rechthaberei um jeden Preis

Rechthaberische Menschen sind nicht nur Ego-getrieben. Sie werden viel mehr auf emotionaler Ebene belohnt

Menschen sind unterschiedlich. Ich denke nicht dasselbe wie du und umgekehrt. Unser Gehirn ist anders verdrahtet. Was für mich völlig natürlich und einfach erscheint, kann für dich nahezu unmöglich sein. Oft geraten wir in das Gedankenmuster: Wenn ich das so deutlich sehen kann, warum in aller Welt können andere das nicht? Wenn ich diese Aufgabe ausführen kann, warum kannst du es nicht? Aber die Realität ist, dass nur weil ich etwas tun kann, das nicht bedeutet, dass du es auch können musst und umgekehrt.

Noch klarer ist es bei Gefühlen. Allerdings stellt auch kaum jemand in Frage, dass Gefühle sehr individuell sind. Es wird aber oft übersehen, dass Gefühle Meinungen, Überzeugungen und Einstellungen noch viel intensiver prägen als Gedanken und darin liegt auch begründet, warum es manchen Menschen wichtiger ist recht zu haben als angenommen zu werden. Rechthaberische Menschen zahlen den hohen Preis dafür recht zu bekommen, weil sie dafür weit mehr bekommen als ein aufgeblasenes Ego. Die Belohnung erfolgt auf emotionaler Ebene. Da das Gefühl des Gewinns aber nicht lange anhält, zumal das Umfeld rechthaberische Menschen nicht wie Gewinner behandelt , wird immer wieder bis zum irreversiblen Bruch diskutiert und nichts dazu gelernt.

rechthaberei um jeden Preis
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Gibt es die eine Wahrheit überhaupt, die es ermöglicht recht zu haben?

Was ist richtig und falsch? Ich backe einen Kuchen auf eine bestimmte Weise und stelle fest, dass es der richtige Weg ist, einen Kuchen zu backen. Doch meine Nachbarin wendet eine ganz andere Methode an und weißt du was? Ihr Kuchen ist genauso gut. Wenn ein Kuchen nicht ungenießbar ist, gibt es kein Richtig oder Falsch, nur verschiedene Arten, den Kuchen zu backen. Einige Wege können effizienter sein, stimmt. Aber nicht unbedingt der einzige Weg, dies zu tun.

Das eigentliche Problem mit dem Recht haben liegt aber vielleicht gar nicht nur daran, dass rechthaberische Menschen bereit sind, einen hohen Preis zu zahlen, um recht zu bekommen, sondern darin, dass es in vielen Fragen die eine Wahrheit gar nicht gibt. Viele Wege führen nach Rom und viele Methoden führen zu einem leckeren Kuchen. Wenn man um jeden Preis, recht haben muss, wird oft außer Acht gelassen, dass es alternative Wege, Meinungen und Einstellungen geben kann, ohne dass die eigene Meinung deswegen weniger Bestand hat oder gar falsch ist.

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Was hat das zwanghafte Verlangen, immer recht zu haben mit Selbstgerechtigkeit zu tun?

Jetzt kommen wir einem weiteren Faktor näher. Jemand, der recht haben muss, scheint selbstgerecht zu sein, das heißt jemand, der das Gefühl hat, dass seine Art, Dinge zu sehen und zu tun, der anderer überlegen ist. Das erklärt dann auch, das Diskussionsniveau, dem man immer wieder begegnet mit rechthaberischen Menschen. Es geht da nicht um einen Austausch, um ein Abwägen der Argumente, sondern nur darum, um jeden Preis recht zu haben, weshalb dann schnell von der Thematik abgelenkt wird und das Gegenüber in seiner Person, seiner Wahrnehmung und seiner Verarbeitung des Offensichtlichen, der Tatsachen in Frage gestellt wird.

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Um jeden Preis an der ultimativen Wahrheit festhalten 

Jedem bekannt ist dieses Festhalten an der ultimativen Wahrheit, an dem einen heil bringenden Weg im Kontext der Religionen. Weitaus ausgeprägter scheint es allerdings in gesellschaftspolitischen Fragen. Die Herausforderungen, denen die ganze Welt zurzeit ausgesetzt sind, zeigen deutlich, dass es unterschiedliche Wege gibt, auf ein Problem zu reagieren und was sie alle gemeinsam haben, sind Vor- und Nachteile. Die Krux ist, dass jeder nur sieht, was er sehen will und auf der Basis seiner Erfahrungen kann. Daher rührt übrigens auch der Glaube, dass “das Gras immer grüner ist auf der anderen Seite”.

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Offen bleiben für Input und sich selbst reflektieren

Wir werden niemals erkennen, wo unsere nächste Chance liegt, wenn wir nicht offen für Möglichkeiten bleiben. Um für das, was die Welt zu bieten hat, empfänglich zu bleiben, müssen wir einen offenen Geist und ein offenes Herz haben. Wir müssen lernen zuzuhören, was andere zu sagen haben. Wir müssen erkennen, dass es viel zu gewinnen gibt, wenn man zuhört und nicht spricht. Wenn ich zu beschäftigt bin, meine Agenda voranzutreiben, kann ich unmöglich hören, was gesagt wird, und daher verpasse ich möglicherweise die Gelegenheit, tiefes Lernen und persönliches Wachstum zu erfahren.

Das heißt allerdings nicht, dass wir uns immer wieder jemand suchen sollten, dem wir nachlaufen, nach dessen Vorstellungen wir leben und dessen Ideen wir blind verbreiten. 

Vielmehr sollte jeder in sich selbst hinein hören und überprüfen, warum er etwas für wahr hält und ob es tatsächlich nur diese eine Wahrheit geben kann. Das ist schwer. Die wenigsten Menschen sind es gewohnt, sich permanent selbst zu hinterfragen, ihr Denken und Fühlen zu durchleuchten. Das ist schade, denn darin steckt so viel Potenzial, sowohl für den Einzelnen als auch für die Gemeinschaft. 

rechthaberei um jeden Preis

Geht es überhaupt noch um das Thema oder nur noch ums Gewinnen?

Ein Blick auf das Gesamtbild im Vergleich zum Unmittelbaren hilft dabei, die Dinge ins rechte Licht zu rücken. Fang mal mit dem Beobachten an, einfach damit zu bemerken, ob du rechthaberisch agierst. Manchmal kann ich mich selbst überführen, erkennen, dass es gar nicht mehr so sehr um das Ausgangsthema geht als einfach nur darum zu gewinnen, recht zu behalten, koste es was es wolle. 

Gerade in der aktuellen Lage, glauben viele, mehr zu sehen, besser durchzublicken und die Zusammenhänge zu erkennen als Andere, obwohl unstrittig ist, dass viele Quellen die Verunsicherung, Unzufriedenheit und tiefsitzende, unbewusste Ängste nutzen, um keineswegs Tatsachen zu verbreiten, sondern zu manipulieren und nach ihren teilweise wahnhaften Vorstellungen zu lenken.

rechthaberei um jeden Preis
recht haben müssen um jeden Preis

Zwei Halbwahrheiten ergeben noch lange keine Wahrheit!

Deshalb nicht nur mein Aufruf, sich zu hinterfragen, wenn man immer recht haben muss, sondern auch mal die Quellen hinterfragen, sich selbst fragen, ob man wirklich alles teilen  muss, was irgendwie vielleicht, unter Umständen, möglicherweise wahr sein könnte. 

Entgegen einem weitverbreiteten Irrglauben ergeben zwei Halbwahrheiten keine Wahrheit. 🙂

Und die Verbreitungsgeschwindigkeit einer Aussage ist auch kein Hinweis auf ihren Wahrheitsgehalt. Oftmals genau das Gegenteil, denn eine Lüge ist einmal um die Welt während die Wahrheit sich noch die Schuhe anzieht.

Weniger reaktiv handeln, mehr hinterfragen (sich selbst und die Quelle) ist die Devise.

Und wer jetzt immer noch um jeden Preis recht haben muss, bekommt hier ein paar Tipps wie man recht behält, selbst wenn man schon gemerkt hat, dass man auf dem Holzweg ist... 😉

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